How to learn Swahili

Ich bin der Meinung, dass wenn man in ein fremdes Land fährt und das Ziel hat, sich mit anderen Leuten auszutauschen, dann sollte man die Landessprache lernen. Nicht perfekt, aber ein paar Floskeln, Begrüßungen und kurze Unterhaltungen sollten schon drin sein.

Mir persönlich ist dies nicht nur wichtig, um leichter in Kontakt zu kommen und einen guten Eindruck als der Touri oder der Weiße, der ich nun mal dort sein werde, zu hinterlassen, sondern auch um mich selbst sicherer zu fühlen.

Als erste Amtshandlung habe ich mir dafür ein Swahili – Deutsch Wörterbuch angeschafft. Gar nicht mal so leicht zu finden, wie man bei einer Sprache die fast genauso viele Menschen sprechen, wie in Deutschland leben, annehmen würde. Entschieden habe ich mich schließlich für das Handwörterbuch des internationalen Swahili und bin damit sehr zufrieden. Von einem Übersetzer zusammengestellt, enthält es auf etwa 400 Seiten alles was man sich für den Alltag vorstellen kann.

Da ich mich jedoch mit stumpfen Auswendiglernen von Vokabeln wenig anfreunden kann, suchte ich nun nach einer etwas unterhaltsameren Alternative. Ich hatte bereits von vielen Apps gehört, mit denen das Sprachenlernen zum Kinderspiel werden soll, wobei ich bei den üblichen Verdächtigen zunächst nicht fündig wurde, bis ich mich an die Recherche am PC setzte.

Dort fand ich eine niedliche grüne Eule, die mir kostenloses Sprachenlernen auf spielerische Weise versprach. Überraschenderweise fand ich auch Swahili im Repertoire des Anbieters Duolingo, allerdings nur in Kombination mit Englisch. Also doppelter Lerneffekt check! Eine Lebensanzeige erinnert mich hier daran, dass ich meine Pflicht jeden Tag erfüllen muss und macht das Lernen zu einem Erfolgserlebnis.

Am dritten Tag das Experimentes kann man natürlich noch große Töne spucken… aber ich hoffe ich bleibe dabei. Auch wenn nur, weil ich Angst davor hab, was passiert, wenn alle mein Leben weg sind.

Was macht das Reisen mit mir?

Mancher wolle das. Und jeder bereue es später.

Warum? 

Weil man nie zurückkommen könne.

Im Zug auf dem Weg zurück von Bamberg, wo ich eine sehr gute Freundin besucht hatte, habe ich ein neues Buch angefangen zu lesen. Die Vermessung der Welt.

Und schon auf den ersten 30 Seiten ließ mich dieses Zitat abschweifen, indem Gedanken darüber, wie es wohl sein wird nach einem Jahr wieder in Deutschland zu sein. Oder vielleicht, auch schon eher.

Nachdem ich das erste mal für etwa vier Wochen in meinem Traumland war, fiel mir das ankommen daheim schwer. Schon am Flughafen in Frankfurt musste ich dem Strom eilender Menschen folgen, die sich vom Gate Richtung Ausgang drängten. Gespräche die ich mit meinen Freunden führte, liefen nur so an mir vorbei und konnten mein Interesse nicht wecken. Jeder der mir auf der Straße entgegen kam, schien so traurig, gestresst oder einfach schlecht gelaunt zu sein.

Irgendwann startete ich ein Experiment. Ich lächelte jeden an, der mir entgegen kam, nur um die Reaktion zu sehen. Und auch heute noch, etwa vier Jahre später, fällt mir oft wieder ein, dass ich häufiger Lächeln wollte. Egal ob ich alleine unterwegs bin oder zu zweit. Weil ich automatisch bessere Laune bekomme, vieles nicht mehr so eng sehe und vielleicht auch jemand Anders damit anstecken kann.

In einem Jahr werde ich voraussichtlich noch so viel mehr mitnehmen, als ein Lächeln und meinen Blick mehr weiten. Ich bin einfach so unglaublich gespannt auf diese Erfahrung.

Wer weit reise, sagte er, erfahre viele Dinge. Ein paar davon über sich selbst.

Kehlmann, Daniel (2008): Die Vermessung der Welt. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Reinbek

Nachhaltig Reisen?

Momentan ist mein Hobby Packing Videos auf YouTube zu suchten. Nicht nur aus Recherchegründen, es bringt mir auch einfach unheimlich viel Spaß. Problem ist, dass die meisten Weltreisenden in sehr warme Länder fahren und außerdem nie besonders lange an einem Ort bleiben. Ergebnis luftige Sommerkleidchen, stylische Sonnenbrillen und viel Kosmetik. Alles Dinge die bei mir keine Priorität haben. Mein Vorteil ist allerdings, dass ich bereits zweimal in Tanzania war und somit einigen Fettnäpfchen entgehen kann. Dennoch gibt es einiges das ich mir anschaffen möchte.

Dafür haben ich mir vorgenommen soweit es geht, nichts neu zu kaufen. Klingt jetzt Paradox, aber was ich damit meine ist, alles gebraucht zu kaufen. Und hier kommen wir zu meinem nächsten Hobby Ebay Kleinanzeigen…Viele Flohmärkte gibt es bei mir in der Umgebung nämlich nicht. Also muss ich leider gemütlich von meiner Couch aus Geld ausgeben.

Nicht den leichten Weg zu gehen, sondern solange zu suchen bis ich das Teil auch gebraucht finde, was ich mir ausgesucht habe macht das Shopping noch ein bisschen Spannender und vor allem nachhaltiger. Toller Nebeneffekt, ich spare auch eine Menge Geld.

V(iel)ISA(aufwand)

Mittlerweile lieg ich zwar krank im Bett. Aber ich freu mich trotzdem. Denn neben einem sehr schönem Wochenende in Hamburg habe ich heute auch alles nötige für die Aufenthaltsgenehmigung zusammen.

Mein erstes Visa beantragte ich 2013 in Tanzania. Dafür musste ich bei der Ankunft am Flughafen nur eine Stift, 50 Dollar, meinen Pass und sehr viel Geduld dabei haben. Also vergleichsweise unkompliziert. Überall in der Eingangshalle des Flughafens lagen Formulare aus, die einem, den bis zu drei Monate langen Urlaub ermöglichen. Ausfüllen, bei den Verantwortlichen abgeben und dann heisst es warten bis der Name aufgerufen wird.

Nun will ich aber etwas länger bleiben und dann auch noch als Freiwillige arbeiten. Was bedeutete, ich muss ein bisschen mehr Aufwand betreiben als der normale Touri.

Als aller erstes ist es notwendig zu wissen, wo ich arbeiten möchte. Denn neben einer offiziellen Einladung meines Arbeitgebers sind auch eine Art Arbeitsvertrag und eine Jobbeschreibung der jeweiligen Organisation notwendig. Auch die Aufenthaltsgenehmigung muss von deiner Arbeitsstelle unterschrieben werden.

Wichtig ist also erst einmal, dass du dich früh genug kümmerst, denn du kannst das Visa nur beantragen, wenn du noch nicht vor Ort bist. Ich für meinen Teil werde in einem halben Jahr fliegen (PANIK).

Alle Unterlagen müssen nun in doppelter Ausführung zur Botschaft in Berlin, dazu gehören noch eine offizielle Übersetzung deines letzten Zeugnisses, acht biometrische Passbilder, Kopien deines Reisepasses, ein englischer Lebenslauf, sowie zwei Weitere Dokumente, die es gilt auszufüllen. Und nicht zu vergessen kostet das ganze auch noch einen überraschend großen Haufen Geld.

Mal gucken, wann ich Antwort bekomme.

Noch so ein Reise Blog

Mittlerweile hat sich unerwartet viel getan und es gibt scheinbar kein zurück mehr. So habe ich die letzten Wochen noch damit verbracht darüber zu jammern, dass momentan einfach alles in der Schwebe hängt und ich keine Gewissheit habe, wie es weiter geht. Bald den Bachelor in der Tasche und dann?

Und jetzt rast die Zeit nur so an mir vorbei… Anfang nächster  Woche wird es offiziell sein und ich kann verraten, dass das nicht ohne Tränen vergießen möglich war.

Ursprünglich war es meine Idee einen Blog zu schreiben, um Freunde und Familie auf dem Laufenden zu halten. Und auch als eine Art Tagebuch für mich selbst. Beim Recherchieren kam mir dann aber der Gedanke, dass vielleicht auch jemand anderes, der etwas ähnliches vor hat, von meinen Erfahrungen profitieren kann. Dazu eine Prise Prokrastination und et Voila schnell mal einen Blog zusammengezimmert.

Wir werden sehen wie gut das läuft.

Warum tu ich mir das überhaupt an?

– Ein kleiner, teilweise selbstironischer Text, um mich selbst zu erinnern, wieso ich mir diesen Stress gebe.

Erst einmal die schlechte Nachricht. Ich bin ein Egoist. Ich will niemandem helfen. Ich mache, dass nur für mich allein.

Ja gut, ich will auch so einige Leute stolz machen, dafür lass ich sie aber auch erst mal ganz schön im Stich.

Deshalb muss ich es vielleicht noch mal sagen, ich werde euch verdammt noch mal scheiße vermissen. Ich werde mich ganz bestimmt mehr als einmal dafür Verfluchen, dass ich so ein verdammt egoistischer Weltverbesserer, wissbegierig und unendlich neugierig bin. Dazu etwas erleben, seine Bestimmung finden und nicht nur arbeiten will, um Geld zu verdienen. Und irgendwie werd ich diesen scheiß Ehrgeiz und diese Leidenschaft nicht los, zu diesem Land.

Und irgendwie denke ich mir auch so, was die anderen können, das kann ich auch. Das will ich auch können. Und es noch viel besser machen. Einmal völlig aus der Comfort-Zone raus. Und wer weiß, wie mich das für meine Zukunft voranbringt. Vielleicht werd ich ja die Auslandskorrespondenten für ein Magazin oder Arbeite für eine Hilfsorganisation. Und selbst wenn nicht, dann war es die Erfahrung auf jeden Fall wert.

Sich in Tanzania zurecht zu finden, dass ist für mich jetzt noch völlig unvorstellbar. Ich denke da nur an den super chaotischen Busbahnhof in Daressalam. Ich versuch mir gerade vorzustellen, ich soll von da alleine nach Tandala finden? Aber es gibt Mittel und Wege. Ich bin nicht allein und muss mir nur Hilfe suchen.

Nicht nur bei anderen Personen, sondern auch bei mir selbst. Mein Mut, mein Selbstvertrauen und auch etwas Abenteuerlust und Durchhaltevermögen. Eine Prise Hakuna Matta dazu, damit ich nicht völlig verrückt werde, wenn etwas nicht sofort klappt und dann  kann ich mir (hoffentlich)meinen Lebenstraum erfüllen und werde es (hoffentlich) nicht bereuen.

Ganz nach dem Motto,

Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.

– Mark Twain.