Arbeit in der NGO SUMASESU

Meinen Tagesablauf kann man sich jetzt schon mal vorstellen, was ich aber eigentlich auf Arbeit mache, habe ich bis jetzt verschwiegen. Allerdings mit Absicht, da es bis jetzt noch nicht so viel  zu dem Thema zu erzählen gab. Zu diesem Zeitpunkt sitze ich im Büro und habe naja…. mich geschont. Manchmal habe ich etwas gestempelt, etwas abgeheftet,  Dokumente ausgefüllt und ein paar Exceltabellen vervollständigt. Ansonsten habe ich mich mit meinen Kollegen unterhalten und vor allem ganz viel zugehört, was auch eine Menge Konzentration beansprucht, bedenke man, dass ich die Sprache jetzt seit wenigen Wochen lerne.
So eine richtige Aufgabe habe ich auf Arbeit also noch nicht. Und das wird auch noch dauern, denn ich will in alle Bereiche der NGO rein schnuppern. Die letzten zwei Wochen haben wir beispielsweise verschiedene Standorte besucht, an denen Freiwillige aus der Region in Rahmen eines Projektes der USAID Boresha Afya (übersetzt: also ein Projekt um die Gesundheit zu verbessern) mit HIV Patienten arbeiten. Das war wirklich total spannend und ich freue mich neben der Arbeit in einer NGO, auch die Umgebung Tandalas näher kennen zu lernen.
Dann gibt es natürlich noch die Radiostation,  die ich die ganze Zeit schon besuchen will. Die Arbeit im Radio setzt allerdings schon fortgeschrittenere Sprachkenntnisse voraus, sodass ich noch etwas geduldig sein muss. Will man Radiobeiträge schneiden oder Aufnahmen machen, dann muss man schon ziemlich genau verstehen, was da gesagt wird.
Ich gebe zu, manchmal fällt es mir wirklich schwer auf Arbeit noch so ‚nutzlos‘ zu sein. Obwohl ich natürlich weiß, dass ich die Eingewöhnungsphase genießen sollte. So bleibt mir genug Zeit Smalltalk zu üben und dem Geschehen zu folgen. Aber ich bin einfach jemand, der gerne was zu tun hat. Vielleicht ist es aber gerade deshalb gut (insbesondere nach der stressigen Zeit der Bachelorarbeit) einfach mal zu lernen, abzuschalten, sich auszuruhen und diese Zeit des Nichtstuns zu genießen… und die Dinge auf sich zukommen zu lassen, ohne alles genau geplant zu haben.

Anmerkung: Nachdem ich diesen Text letzte Woche geschrieben hab, war diese Woche das komplette Gegenteil. Ich war fast jeden Tag bis 18 Uhr auf Arbeit und hatte gut zu tun mit dem Ausfüllen von Tabellen. Umso mehr freue ich mich nächste Woche wieder verschiedene Dörfer zu besuchen und viele Menschen zu treffen.

Soviel zu meiner Arbeit hier momentan. Ganz liebe Grüße gehen raus!

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Mein Ghetto

Nachdem ich anfangs im Gästehaus meines Chefs gewohnt habe, bin ich mittlerweile in meine eigene Wohnung gezogen. Darüber hab ich mich wirklich riesig gefreut, weil ich jetzt endlich meinen 24 kilo schweren Rucksack endgültig auspacken und es mir etwas gemütlich machen kann. Dafür musste ich allerdings schweren Herzens das bekocht werden von meiner Mama und meiner Dada aufgeben.

Das hübsche Haus, ist etwa 15 Minuten von der Arbeit und 20 vom Markt entfernt. Indem Gebäude, welches wie ein U geformt ist, gibt es vier verschiedene Wohnungen, wobei meine als einzige mit eigenem Bad ausgestattet ist. Aus diesem Grund muss ich auch mehr Miete bezahlen, was bei umgerechnet etwa 13 Euro im Vergleich zu den Mieten in Deutschland ein Traum ist. Allerdings kommen die Kosten für Strom noch dazu. Oft wird hier Prepaidstrom genutzt, was wohl bedeuten man muss irgendwo hingehen und den Strom kaufen bzw. aufladen, sollte er zur Neige gehen. So habe ich das zumindest verstanden.

Da ich mir für ein Jahr jetzt nicht so viel anschaffen wollte, ist die Einrichtung doch etwas spärlich, aber ausreichend. Das wichtigste ist natürlich das Bett, was ich netterweise gebraucht zur Verfügung gestellt bekommen habe, genau wie einen Gasherd mit zwei Platten (mehr hab ich ja in meiner alten Wohnung in Magdeburg auch nie benutzt :D).

Zum abwaschen muss ich zum Wasserhahn draußen gehen, dass ist aber nicht besonders schlimm, ich habe ja eh wenig Utensilien die abgewaschen werden könnten. Ich gebe zu, ich habe vor allem deshalb nur drei Teller, drei Löffel und drei Tassen gekauft, damit ich gezwungen bin diese regelmässig abzuwaschen. Und ja dafür wurde ich von meiner Nachbarin herzlich ausgelacht. Aber auch wenn ich Wäsche wasche oder Gemüse schnippel, setze ich mich gerne auf die Treppe meiner Eingangstür die zum Innenhof führt, einfach weil das meine Mitbewohner auch manchmal machen und ich mich freue ins Gespräch zu kommen oder es zu versuchen, außerdem kann ich auch manchmal Unterstützung gebrauchen. Das erste mal Wäsche waschen mit der Hand brachte mir eine fette Blase am Zeigefinder und beim schneiden des Gemüses ohne Schneidebrett (so wurde es mir von meinen Arbeitskollegen gezeigt) kommt es nicht selten zu kleineren Verstümmlungen meiner Finger. Eine wichtige Sache habe ich hier aber schon mal gelernt, man kann sich hier in Tandala nicht immer auf Strom. Also am besten schon kochen, wenn es noch hell ist. Denn wenn man im Dunkeln ohne Licht kocht, kann das für die Finger schon mal gefährlich werden.

Heute wird allerdings nicht alleine gekocht, weil meine Nachbarin mir heute zeigt wie man Pilau zubereitet. Darauf freue ich mich sehr.

Soweit so gut. Liebe grüße an euch!

Die ersten drei Wochen sind rum

Es ist ja schon ja irgendwie schwierig einzuschätzen was andere so an meinem Leben interessiert, ich möchte hier einfach mal versuchen einen Einblick in meinen Alltag zu geben, auch wenn es nach drei Wochen schwer bzw. unmöglich ist (zum Glück!) von Alltag zu sprechen. Denn noch ist jeder Tag unheimlich aufregend und neu.

Wenn mein Wecker 6:20 klingelt, dann ist das erste was ich mache erst einmal liegen bleiben. Denn mittlerweile brauche ich für mein morgendlichen Ritual nur noch halb so lange wie am Anfang. Gasherd an und Wasser kochen für den ersten Kaffee (Africafe ganz große Liebe) und natürlich zum Waschen, man gönnt sich ja sonst nichts. Mit einer Banane und nem zweiten Kaffee im Magen gehts dann mit flottem Schritt gemeinsam mit meiner Lieblings Nachbarin/ Mentorin/ Arbeitskollegin ins Office.
So war es zumindest die ersten zwei Wochen, zur Abwechslung stehen jetzt auch einige Besuche in verschiedenen Dörfern an und spätestens danach guck ich mir das Radio an, aber so oder so gehts auf jeden Fall erst mal zur Arbeit. Um 10 Uhr findet dann ein für mich besonders schöner Tagespunkt statt: Chai Pause, was soviel heisst wie: einige Kollegen machen sich gemeinsam oder getrennt auf den Weg nach Ikonda um ein Frühstück einzunehmen. Frühstück sieht hier in der Regel doch schon anders aus, als ich es in Deutschland gewöhnt war, ich hab es aber sehr lieben gelernt. Für mich gibts jeden Tag Chai (hier Schwarzer Tee) mit schön viel Zucker und Chapati, die anderen essen dazu meist eine Suppe mit Huhn. Wieder Arbeit. Mittagspause. Arbeit und schließlich Feierabend, irgendwann zwischen 16 und 17 Uhr. Meist muss ich dann einkaufen gehen, damit ich mir Abends was kochen kann, ab und zu kocht Oliva meine Lieblings Nachbarin/ Mentorin/ Arbeitskollegin auch für mich mit. Mittlerweile hat sie aber glaube ich gemerkt, dass ich auch selber einigermaßen in der Küche klar komme.. ausser mit Ugali dafür bin ich einfach noch zu schwach. Regelmäßiges waschen meiner Klamotten (an dieser Stelle belüg ich mich wohl selbst) und die täglichen 10000  bis 15000 Schritte auf zweitausend Meter Höhe sollten das aber richten. Bzw. führen genau diese Bedingungen dazu, dass ich Abends (manchmal auch tags) einfach unheimlich müde bin. Momentan kann ich mich meist noch ganz gut überwinden ein paar Vokabeln zu lernen, aber spätestens dann fallen mir die Augen endgültig zu.

So siehts momentan bei mir aus. Ganz liebe Grüße an alle die das hier lesen 🙂

The Voluntourist

Selbstzweifel und mehr oder weniger interessierte Menschen in meinem Umfeld haben in mir verschiedene Fragen in Bezug auf mein zukünftiges Jahr als Freiwilliger in Tanzania ausgelöst. Ich möchte diese hier festhalten, um meine Gedanken für mich selbst zu ordnen und auch als eine Art Erinnerungsstütze, falls ich mich einmal verloren fühlen sollte. Als aller erstes bin ich mir über die Bezeichnung Freiwilligendienst unsicher, denn das Bild was dieses Wort bei vielen Leuten mit denen ich gesprochen habe auslöst, ist nicht konform mit dem, was ich mir von meinem Jahr vorstelle. So hatte ich ein Streitgespräch darüber, warum ich nach Tanzania fahren werde. Mein Gegenüber war der festen Meinung, dass ich dort helfen werde, ich sah mich allerdings eher in der Position des Lernenden. Irgendwann hab ich dann allerdings nachgegeben und mich in eine Rolle drängen lassen gegen die ich mich zutiefst sträube.

Zum Zeitpunkt meiner Ausreise werde ich zwar einen Bachelorabschluss besitzen, dennoch fühle ich mich für das Arbeitsfeld meiner Einsatzstelle wenig vorbereitet. Ich habe keine Ausbildung zum Mediengestalter, um einen Radiobeitrag produzieren zu können, ich habe nicht soziale Arbeit studiert, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler Projekte gestalten zu können, ein Studium im Bereich Journalismus oder ein Volontariat für die journalistischen Angelegenheiten fehlt mir auch… die Liste könnte endlos weiter gehen. Im Land wird es durchaus besser ausgebildete Menschen als mich geben, die sogar die Sprache fließend sprechen können. Bei einem Bewerbungsverfahren wäre ich sicher durchgefallen. Bevor ich eine Unterstützung für meine Einsatzstelle werde, muss mir einfach viel beigebracht werden.

Was haben die den dann überhaupt von mir?

Tja und hier fehlen mir doch ein bisschen die Worte. Ich selbst habe Medienbildung studiert und einige mediale und soziale Kleinprojekte begleitet, die mir – sagen wir mal –  eine leichte Vorstellung von dem Arbeitsfeld geben. Aufgrund der gemeinsamen historischen Vergangenheit von Deutschland und Tanzania (Stichwort: Kolonialzeit) besteht sicher ein gewisses Interesse bzw. auch bereits ein Vorwissen an der jeweils anderen Kultur. Ein Austausch findet voraussichtlich statt, (solange ich mich nicht in mein Zimmer einschließe und Game of Thrones schaue) wobei hier das Risiko besteht Stereotypen zu verstärken oder aufzubauen.

Damit mein egoistisches Projekt am Ende nicht mehr Schaden anrichtet, habe ich mich so gut es geht vorbereitet und mir dazu auch Hilfe gesucht.

Soviel kann ich sagen: ich fahre nach Tanzania, weil ich bereits eine Leidenschaft zu dem Land entwickelt habe. Ich brenne darauf Swahili zu lernen und die Chance zu haben in einer Radiostation zu arbeiten. Ich fühle mich nach meinem Bachelorstudium noch nicht bereit auf den Arbeitsmarkt losgelassen zu werden und möchte deshalb gerne praktische Erfahrungen in der Branche erlernen. Und deshalb würde ich mich auch als Praktikanten bezeichnen, um der leider naheliegenden Assoziation des Helfendem zu entringen.

Coole Videos zum Thema:

Who wants to be a volunteer?

Documentary ‚The Voluntourist‘: Is voluntourism doing more harm than good?

 

How to learn Swahili

Ich bin der Meinung, dass wenn man in ein fremdes Land fährt und das Ziel hat, sich mit anderen Leuten auszutauschen, dann sollte man die Landessprache lernen. Nicht perfekt, aber ein paar Floskeln, Begrüßungen und kurze Unterhaltungen sollten schon drin sein.

Mir persönlich ist dies nicht nur wichtig, um leichter in Kontakt zu kommen und einen guten Eindruck als der Touri oder der Weiße, der ich nun mal dort sein werde, zu hinterlassen, sondern auch um mich selbst sicherer zu fühlen.

Als erste Amtshandlung habe ich mir dafür ein Swahili – Deutsch Wörterbuch angeschafft. Gar nicht mal so leicht zu finden, wie man bei einer Sprache die fast genauso viele Menschen sprechen, wie in Deutschland leben, annehmen würde. Entschieden habe ich mich schließlich für das Handwörterbuch des internationalen Swahili und bin damit sehr zufrieden. Von einem Übersetzer zusammengestellt, enthält es auf etwa 400 Seiten alles was man sich für den Alltag vorstellen kann.

Da ich mich jedoch mit stumpfen Auswendiglernen von Vokabeln wenig anfreunden kann, suchte ich nun nach einer etwas unterhaltsameren Alternative. Ich hatte bereits von vielen Apps gehört, mit denen das Sprachenlernen zum Kinderspiel werden soll, wobei ich bei den üblichen Verdächtigen zunächst nicht fündig wurde, bis ich mich an die Recherche am PC setzte.

Dort fand ich eine niedliche grüne Eule, die mir kostenloses Sprachenlernen auf spielerische Weise versprach. Überraschenderweise fand ich auch Swahili im Repertoire des Anbieters Duolingo, allerdings nur in Kombination mit Englisch. Also doppelter Lerneffekt check! Eine Lebensanzeige erinnert mich hier daran, dass ich meine Pflicht jeden Tag erfüllen muss und macht das Lernen zu einem Erfolgserlebnis.

Am dritten Tag das Experimentes kann man natürlich noch große Töne spucken… aber ich hoffe ich bleibe dabei. Auch wenn nur, weil ich Angst davor hab, was passiert, wenn alle mein Leben weg sind.

Was macht das Reisen mit mir?

Mancher wolle das. Und jeder bereue es später.

Warum? 

Weil man nie zurückkommen könne.

Im Zug auf dem Weg zurück von Bamberg, wo ich eine sehr gute Freundin besucht hatte, habe ich ein neues Buch angefangen zu lesen. Die Vermessung der Welt.

Und schon auf den ersten 30 Seiten ließ mich dieses Zitat abschweifen, indem Gedanken darüber, wie es wohl sein wird nach einem Jahr wieder in Deutschland zu sein. Oder vielleicht, auch schon eher.

Nachdem ich das erste mal für etwa vier Wochen in meinem Traumland war, fiel mir das ankommen daheim schwer. Schon am Flughafen in Frankfurt musste ich dem Strom eilender Menschen folgen, die sich vom Gate Richtung Ausgang drängten. Gespräche die ich mit meinen Freunden führte, liefen nur so an mir vorbei und konnten mein Interesse nicht wecken. Jeder der mir auf der Straße entgegen kam, schien so traurig, gestresst oder einfach schlecht gelaunt zu sein.

Irgendwann startete ich ein Experiment. Ich lächelte jeden an, der mir entgegen kam, nur um die Reaktion zu sehen. Und auch heute noch, etwa vier Jahre später, fällt mir oft wieder ein, dass ich häufiger Lächeln wollte. Egal ob ich alleine unterwegs bin oder zu zweit. Weil ich automatisch bessere Laune bekomme, vieles nicht mehr so eng sehe und vielleicht auch jemand Anders damit anstecken kann.

In einem Jahr werde ich voraussichtlich noch so viel mehr mitnehmen, als ein Lächeln und meinen Blick mehr weiten. Ich bin einfach so unglaublich gespannt auf diese Erfahrung.

Wer weit reise, sagte er, erfahre viele Dinge. Ein paar davon über sich selbst.

Kehlmann, Daniel (2008): Die Vermessung der Welt. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Reinbek

Nachhaltig Reisen?

Momentan ist mein Hobby Packing Videos auf YouTube zu suchten. Nicht nur aus Recherchegründen, es bringt mir auch einfach unheimlich viel Spaß. Problem ist, dass die meisten Weltreisenden in sehr warme Länder fahren und außerdem nie besonders lange an einem Ort bleiben. Ergebnis luftige Sommerkleidchen, stylische Sonnenbrillen und viel Kosmetik. Alles Dinge die bei mir keine Priorität haben. Mein Vorteil ist allerdings, dass ich bereits zweimal in Tanzania war und somit einigen Fettnäpfchen entgehen kann. Dennoch gibt es einiges das ich mir anschaffen möchte.

Dafür haben ich mir vorgenommen soweit es geht, nichts neu zu kaufen. Klingt jetzt Paradox, aber was ich damit meine ist, alles gebraucht zu kaufen. Und hier kommen wir zu meinem nächsten Hobby Ebay Kleinanzeigen…Viele Flohmärkte gibt es bei mir in der Umgebung nämlich nicht. Also muss ich leider gemütlich von meiner Couch aus Geld ausgeben.

Nicht den leichten Weg zu gehen, sondern solange zu suchen bis ich das Teil auch gebraucht finde, was ich mir ausgesucht habe macht das Shopping noch ein bisschen Spannender und vor allem nachhaltiger. Toller Nebeneffekt, ich spare auch eine Menge Geld.

V(iel)ISA(aufwand)

Mittlerweile lieg ich zwar krank im Bett. Aber ich freu mich trotzdem. Denn neben einem sehr schönem Wochenende in Hamburg habe ich heute auch alles nötige für die Aufenthaltsgenehmigung zusammen.

Mein erstes Visa beantragte ich 2013 in Tanzania. Dafür musste ich bei der Ankunft am Flughafen nur eine Stift, 50 Dollar, meinen Pass und sehr viel Geduld dabei haben. Also vergleichsweise unkompliziert. Überall in der Eingangshalle des Flughafens lagen Formulare aus, die einem, den bis zu drei Monate langen Urlaub ermöglichen. Ausfüllen, bei den Verantwortlichen abgeben und dann heisst es warten bis der Name aufgerufen wird.

Nun will ich aber etwas länger bleiben und dann auch noch als Freiwillige arbeiten. Was bedeutete, ich muss ein bisschen mehr Aufwand betreiben als der normale Touri.

Als aller erstes ist es notwendig zu wissen, wo ich arbeiten möchte. Denn neben einer offiziellen Einladung meines Arbeitgebers sind auch eine Art Arbeitsvertrag und eine Jobbeschreibung der jeweiligen Organisation notwendig. Auch die Aufenthaltsgenehmigung muss von deiner Arbeitsstelle unterschrieben werden.

Wichtig ist also erst einmal, dass du dich früh genug kümmerst, denn du kannst das Visa nur beantragen, wenn du noch nicht vor Ort bist. Ich für meinen Teil werde in einem halben Jahr fliegen (PANIK).

Alle Unterlagen müssen nun in doppelter Ausführung zur Botschaft in Berlin, dazu gehören noch eine offizielle Übersetzung deines letzten Zeugnisses, acht biometrische Passbilder, Kopien deines Reisepasses, ein englischer Lebenslauf, sowie zwei Weitere Dokumente, die es gilt auszufüllen. Und nicht zu vergessen kostet das ganze auch noch einen überraschend großen Haufen Geld.

Mal gucken, wann ich Antwort bekomme.

Noch so ein Reise Blog

Mittlerweile hat sich unerwartet viel getan und es gibt scheinbar kein zurück mehr. So habe ich die letzten Wochen noch damit verbracht darüber zu jammern, dass momentan einfach alles in der Schwebe hängt und ich keine Gewissheit habe, wie es weiter geht. Bald den Bachelor in der Tasche und dann?

Und jetzt rast die Zeit nur so an mir vorbei… Anfang nächster  Woche wird es offiziell sein und ich kann verraten, dass das nicht ohne Tränen vergießen möglich war.

Ursprünglich war es meine Idee einen Blog zu schreiben, um Freunde und Familie auf dem Laufenden zu halten. Und auch als eine Art Tagebuch für mich selbst. Beim Recherchieren kam mir dann aber der Gedanke, dass vielleicht auch jemand anderes, der etwas ähnliches vor hat, von meinen Erfahrungen profitieren kann. Dazu eine Prise Prokrastination und et Voila schnell mal einen Blog zusammengezimmert.

Wir werden sehen wie gut das läuft.

Warum tu ich mir das überhaupt an?

– Ein kleiner, teilweise selbstironischer Text, um mich selbst zu erinnern, wieso ich mir diesen Stress gebe.

Erst einmal die schlechte Nachricht. Ich bin ein Egoist. Ich will niemandem helfen. Ich mache, dass nur für mich allein.

Ja gut, ich will auch so einige Leute stolz machen, dafür lass ich sie aber auch erst mal ganz schön im Stich.

Deshalb muss ich es vielleicht noch mal sagen, ich werde euch verdammt noch mal scheiße vermissen. Ich werde mich ganz bestimmt mehr als einmal dafür Verfluchen, dass ich so ein verdammt egoistischer Weltverbesserer, wissbegierig und unendlich neugierig bin. Dazu etwas erleben, seine Bestimmung finden und nicht nur arbeiten will, um Geld zu verdienen. Und irgendwie werd ich diesen scheiß Ehrgeiz und diese Leidenschaft nicht los, zu diesem Land.

Und irgendwie denke ich mir auch so, was die anderen können, das kann ich auch. Das will ich auch können. Und es noch viel besser machen. Einmal völlig aus der Comfort-Zone raus. Und wer weiß, wie mich das für meine Zukunft voranbringt. Vielleicht werd ich ja die Auslandskorrespondenten für ein Magazin oder Arbeite für eine Hilfsorganisation. Und selbst wenn nicht, dann war es die Erfahrung auf jeden Fall wert.

Sich in Tanzania zurecht zu finden, dass ist für mich jetzt noch völlig unvorstellbar. Ich denke da nur an den super chaotischen Busbahnhof in Daressalam. Ich versuch mir gerade vorzustellen, ich soll von da alleine nach Tandala finden? Aber es gibt Mittel und Wege. Ich bin nicht allein und muss mir nur Hilfe suchen.

Nicht nur bei anderen Personen, sondern auch bei mir selbst. Mein Mut, mein Selbstvertrauen und auch etwas Abenteuerlust und Durchhaltevermögen. Eine Prise Hakuna Matta dazu, damit ich nicht völlig verrückt werde, wenn etwas nicht sofort klappt und dann  kann ich mir (hoffentlich)meinen Lebenstraum erfüllen und werde es (hoffentlich) nicht bereuen.

Ganz nach dem Motto,

Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.

– Mark Twain.